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Arbeitswelt der Zukunft

Leben, um zu arbeiten? Oder arbeiten, um zu leben? Die nachrückenden Generationen setzen die Prioritäten neu. Ein paar Tipps, wie man auch als kleineres Unternehmen am Ball bleiben kann und herausfindet, was zur eigenen Firma passt.


Grossunternehmen und staatliche Stellen ziehen bei der Mitarbeitersuche alle Register. Sie richten ihre Stellenangebote und Anstellungsbedingungen auf neue Ansprüche aus. Viele KMU haben nicht die Ressourcen, um in diesem «Wettrüsten» mitzuhalten. Aber auch sie müssen überlegen, wie sie für jüngere Arbeitnehmende attraktiv bleiben.


Immer mehr Teilzeit

Jüngere Arbeitnehmende legen mehr Wert darauf, Freizeit, Familie und Beruf im Gleichgewicht zu halten, als die vorangehenden Generationen. Als Arbeitgeber tut man gut daran, seine Skepsis auf die Seite zu legen und zu überlegen, was im eigenen Unternehmen möglich ist. Je nach Stellenprofil findet man vermutlich Spielraum. Wenn dem so ist, legt man am besten Spielregeln fest, die zum Betrieb und seinen Anforderungen passen, zum Beispiel zeitliche Mindest- Pensen für bestimmte Funktionen.


4-Tage-Woche

Die 4-Tage-Woche bei gleichbleibendem Lohn, die da und dort durch die Medien geistert, dürfte für KMU kaum ein gangbarer Weg sein. Hingegen gibt es erste Betriebe, die einen interessanten Kompromiss umsetzen: Statt 5 Tage à 8 Stunden beträgt die Arbeitszeit neu 4 Tage à 9 Stunden – das entspricht einem 90-Prozent- Pensum bei unverändertem Lohn. Die gemeinsam vereinbarte Voraussetzung dafür: Es gibt keine Personalaufstockung, die tatsächliche Arbeitsleistung bleibt gleich. Das ist möglich, weil die Motivation und die Effizienz mit dieser Win-Win-Regelung steigen. Gerade in Handwerksbetrieben ist dies durchaus realistisch: Vier Tage Intensivbetrieb auf einer Baustelle sind einfacher zu organisieren als fünf Tage mit einem Team, in dem unterschiedliche Pensen und Arbeitstage gelten.


Flexible Tagesarbeitszeiten

Natürlich gibt es Betriebe, in denen fixe Arbeitszeiten unumgänglich sind. Aber selbst da lassen sich manchmal Spielräume für gleitende Arbeitszeiten finden. Denn wer zum Beispiel kleine oder schulpflichtige Kinder hat, gewinnt viel, wenn die Arbeit am Morgen ein, zwei Stunden später beginnt und man die fehlenden Stunden am Abend – von zuhause aus, falls die Tätigkeit es erlaubt – nachholen kann.


Mix von Büro und Homeoffice

Viele Dienstleistungsbetriebe haben aus der Coronapandemie einen Mix aus Büro und Homeoffice mitgenommen und gestehen ihren Mitarbeitenden ein oder zwei Tage im Homeoffice zu. Mittlerweile weiss man auch, wie das funktioniert: Es braucht Regeln, die für alle gelten, und technische Hilfsmittel, die effizientes Arbeiten ermöglichen. Für viele Arbeitnehmende ist ein solcher Mix ein wichtiges Argument, wenn sie auf Stellensuche sind.


Wofür arbeite ich?

Bei jeder Studie zum Arbeitsverhalten taucht früher oder später die Frage nach der «Sinnhaftigkeit» auf. Vielen der jüngeren Arbeitnehmenden ist es wichtig, dass ihr Unternehmen und ihre eigene Tätigkeit einen sinnvollen Beitrag leistet. Lassen Sie sich als Arbeitgeber einmal durch den Kopf gehen, was Ihre Firma Sinnvolles leistet oder wie sie mit aktuellen Problemen (z. B. Umweltschutz und Klimawandel) umgeht. Da finden sich vielleicht ganz neue Anknüpfungspunkte, die Sie für jüngere Arbeitnehmende interessanter machen.


Stimmige Arbeitsatmosphäre

Alle Regelungen sind vergebens, wenn das Arbeitsumfeld nicht stimmt. Im Arbeitsalltag legen jüngere Generationen besonderen Wert auf Kollegialität, Transparenz, Wertschätzung und Offenheit im Umgang. Gerade KMU haben in diesem Punkt mit Überschaubarkeit und flachen Hierarchien gute Karten. Versuchen Sie, ein Klima zu schaffen, das den Austausch zwischen älteren und jüngeren Arbeitnehmenden ermöglicht. Geben Sie nicht nur der Erfahrung Ihrer alten Hasen Raum, sondern auch den Inputs der Jungen, die mit unbelastetem Blick auf das Geschehen schauen. Denn es gilt, was der Schriftsteller Kurt Tucholsky einmal auf den Punkt gebracht hat: «Erfahrung heisst gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre lang schlecht machen».



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